Reflektieren im Informatik- und Mathematikunterricht

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Reflexionsarten

Zur Systematisierung der verschiedenen Arten von Reflexion wurden diese von verschiedenen Autorinnen und Autoren in unterschiedliche Schemata eingeordnet (vgl. Skovsmose 1998; Lengnink 2005). Viele dieser Modelle fokussieren sich darauf, welche Bereiche reflektiert werden. Dabei lassen sich drei zentrale Grunddimensionen identifizieren: der (informatische) Gegenstand selbst, die Gesellschaft (Welt) und die eigene Person (Individuum).

In unserer Betrachtung orientieren wir uns an der Systematisierung von Skovsmose (1998) und ergänzen sie durch die Situationsreflexion von Lengnink (2005). Das Modell von Skovsmose ist in der Mathematikdidaktik weit verbreitet und bietet zugleich eine hohe Anschlussfähigkeit für das Fachgebiet der Informatik. Die Folien zum einleitenden Vortrag stehen hier zum Download bereit.

Beispielhafte FragestellungenGrundidee
Situationsreflexion
Was interessiert dich an diesem Thema? Ist eine Automatisierung hier sinnvoll? Welche Aspekte können informatisch modelliert werden?Analyse und Identifikation des informatischen Gehalts einer (Alltags-)Situation
Informatisch-orientierte Reflexion
Welche Möglichkeiten der informatisch-technischen Umsetzung zu einer Situation gibt es? Funktionieren diese auch für Sonderfälle? Ist der Schleifentyp der passende? Enthält das Programm typische Fehler?Aufbau von Grundwissen und Grundvorstellungen, Vergleich verschiedener informatischer Umsetzungen
Modellorientierte Reflexion
Ist das informatische Modell der Situation angemessen? Welche Annahmen wurden vorgenommen? Gibt es alternative Modellierungen der Situation? Welche Potenziale und Grenzen hat die vorgenommene Modellierung?Analyse der Annahmen und Identifikation ihrer Auswirkungen auf das Ergebnis, Erkennen der Potenziale und Grenzen eines informatischen Modells
Kontextorientierte Reflexion
Warum wird ein informatisches System in diesem Kontext verwendet? Zu welchen Zwecken wird es genutzt?Erkennen von (gesellschaftlichen) Zielsetzungen bei der Verwendung von informatischen Modellen, kritische Reflexion von Manipulation und Suggestion bzw. inhärenten Diskriminierungen
Lebensweltorientierte Reflexion
Wo kommt das Modell in meiner Lebenswelt vor? Was birgt es für Chancen und Risiken in meinem Leben?Einordnung der Informatik in den eigenen Lebenszusammenhang, Aufbau einer konstruktiv-kritischen Haltung

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